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Historisches


Last update: 10.04.06

 

GESCHICHTE DER FREIWILLIGEN FEUERWEHR HÖFLEIN

1890: Die Freiwillige Feuerwehr Höflein wurde am Sonntag, den 19. Oktober von Franz Strasser gegründet. Der Hausbesitzer organisierte mit einigen Höfleinern den Verein "Freiwillige Feuerwehr in Höflein" um Schutz gegen Feuer zu gewährleisten.

Folgende Funktionen wurden besetzt mit:

Hauptmann: Franz Strasser
Stellvertreter: Alois Dillinger
Schriftführer und Exerziermeister: Constantin Grössinger
Säckelwart: Mathias Houdek
Zeugwart: Leopold Weisshappel

Die bereits vorhandene Ausrüstung der Firma Müller und Schneider wurde übernommen und zusätzlich eine freistehende Leiter samt Gabeln, eine Rollleiter, 20 Meter Schläuche, Signalhörner, eine vierrädrige Handdruckspritze System Kernreuter einstrahlig 11 cm Z D und ein zweistrahliges Hydrophor zweirädrig 15 cm Z D angeschafft. Bereits nach einem halben Jahr wurde der Zeugmeister durch Carl Furtenreiter ausgewechselt. Die Aufbringung der erforderlichen Geldmittel erfolgte durch monatliche Beiträge der Mitglieder und auch schon früher durch die Veranstaltung von Festen. Diese Veranstaltungen waren gesellige Unterhaltungen oder sogenannte "Bestkegelschieben". Im Rahmen dieser Veranstaltungen wurden bereits Tombolas (früher Jux-Basar) abgehalten. Leider berichten die vorhandenen Dokumente in den Archiven sehr wenig über erfolgte Einsätze.

1893: Gemäß den damaligen Vereinsstatuten musste der Vorstand neu gewählt werden.

Hauptmann: Franz Strasser
Stellvertreter: Alois Dillinger
Schriftführer und Säckelwart: Josef Hromek
Requisitenmeister: Anton Amreiter
Zugsführer: J. Bezzi

1896: Franz Strasser arbeitete eine "Feuerlöschordnung" aus und legte diese der Gemeinde zur Beschlussfassung vor. Auch wurden einige Ausrüstungsgegenstände wie ein Wasserwagen, ein Hydrophor, eine Schubleiter, 4 Hakenleitern, 4 Petroleumfackeln und 9 Meter Saugschläuche vom Hauptmann Strasser bereitgestellt. Dieses Jahr wurde auch die erste Mannschaftsliste aufgelegt: Strasser, Dillinger, Hromek, Bezzi, Maier, Vogel, Palansky, Nussbaum, Paschko, Strasser jun., Pelegrini, Kirchner, Eigner, Falkenstein, Formanek, Hernach, Trimel, Bezzi jun., und Brachmann. Danach wurde leider bis zum Jahr 1908 keine Aufzeichnungen gefunden.

1908: Im Rahmen der Generalversammlung wurde beschlossen, die Tätigkeiten der Freiwilligen Feuerwehr auch auf die Donau auszuweiten und innerhalb der Feuerwehr die Kaiser-Jubiläums-Rettungs- und Wasserwehr aufzustellen. Auch Rettungsboot und Rettungsringe sollen angeschafft werden. Bei den Kaiser-Jubiläums-Feierlichkeiten verzichtete Hauptmann Strasser auf alle Forderungen an die Feuerwehr und übernahm die bis dahin angesammelten Schulden von insgesamt 1455 Kronen. In seiner Rede stellte Strasser fest, dass diese Förderung sein Beitrag zum Jubiläum sei, da die Feuerwehr bis dato noch keine Unterstützung von der Gemeinde erhalten hat.

1912: Am 11. Dezember übertrug Hautpmann Franz Strasser kostenlos ein Grundstück dem Verein "Freiwillige Feuerwehr von Höflein". Diese Schenkung wurde am Bezirksgericht Klosterneuburg protokolliert.

1918: Auch nach dem Ende des ersten Weltkrieges wurde die Feuerwehr von Höflein größtenteils aus dem Privatvermögen von Franz Strasser finanziert, da aus den Protokollen immer wieder Darlehen von diesem aufscheinen, mit denen erforderliche Ankäufe getätigt wurden.

1920: Die Höhe der Darlehen von Hauptmann Franz Strasser betrugen bereits mehr als 4000 Kronen. Von der Gemeinde wurden zwar gesetzliche Subventionen gefordert, jedoch scheinen keine Kassa-Eingänge in den Büchern auf.

1922: Das Budget der Freiwilligen Feuerwehr von Höflein führte immer wieder zu Streitigkeiten, daraufhin sich Hauptmann Franz Strasser im Jänner zurückzog und die übrigen Mitglieder den Antrag stellten, die Freiwillige Feuerwehr Höflein aufzulösen. Unter dem Vorsitzt des Bürgermeisters Leopold Steurer wurde die "Freiwillige Thurner-Feuerwehr in Höflein" gegründet.
Die Funktionen wurden wie folgt in einer geheimen Wahl belegt:

Hauptmann: Josef Vystrcil
Stellvertreter: Georg Rurlander
Schriftführer: Michael Völk
Kassier: Mathias Houdek sen.
Zeug- und Requisitenmeister Michael Nürnberger

Trotz der vorbeifließenden Donau herrschte oft Wassermangel und es wurde die Errichtung von mehreren Löschwasserzisternen im Ortsgebiet von der Gemeinde gefordert.

1923: Der größte Brand in der Höfleiner Geschichte ereignete sich am 18. Juli zwischen 7.00 und 10.00 Uhr. Im Haus von Alois Nedjek, nahe des Pfarrhofes, brach wahrscheinlich wegen eines defekten Rauchfanges oder Funkenflug eines Eisenbahnzuges ein Brand aus, der durch die damaligen Gegebenheiten rasch um sich griff. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Häuser von Alois Nedjek, Karl Schönbigler, Karl Lasser, Johann Amreiter sowie Teile der Bäckerei Rest und des Pfarrheims ein Raub der Flammen. Bei diesem Großbrand waren die Feuerwehren von Höflein, Greifenstein, Altenberg, Kritzendorf, Klosterneuburg, Weidling, St. Andrä, Wördern, Wolfpassing, Zeiselmauer, Königstetten, Tulln sowie die Wiener Berufsfeuerwehr mit drei Fahrzeugen und 3 Kraftspritzen im Einsatz.

1924: Die Feuerwehr ersuchte die Gemeinde den Ankauf einer Motorspritze zu unterstützen, wurde aber hingehalten.

1928: Endlich wurde am 2. September die erste neue Motorspritze von Rosenbauer mit Breuer Motor Typ 2 mit 17 PS und 600 Liter Fördermenge je Minute von Frau Käthe Kral übergeben. Diese Motorspritze kann heute noch im Feuerwehrhaus besichtigt werden.

1930: Der erste Mannschaftswagen Austria Fiat FC 1 wurde am 12. Oktober eingeweiht und auch als Krankentransporter verwendet. Dieses Fahrzeug wurde selbst repariert und einsatzbereit gemacht.

1932: Josef Pulk hatte am 23. Juli mit dem Mannschaftswagen in Gugging durch ein Ausweichmanöver einen Reifenplatzer und überschlug sich mehrmals. Er trug schwere Verletzungen davon.

1934: Ein Schuppenbrand konnte wegen Wassermangel nur mühsam bekämpft werden.

1935: Ein Vollbrand eines Wohnhauses konnte durch den Einsatz der Motorspritze rasch gelöscht werden.

1936: Abermals musste die Feuerwehr zu einem Dachstuhlbrand ausrücken.

1938: Hauptmann Johann Kral trat zurück und sein Stellvertreter Leopold Weiss wurde sein Nachfolger. Die Freiwillige Feuerwehr wurde in die Organisation der deutschen Feuerschutzpolizei eingegliedert und dem Kommando der Wiener Feuerschutzpolizei unterstellt. Höflein und das damalige Stadtgebiet Klosterneuburg wurde der 26. Wiener Bezirk.

1945: Johann Houdek und einige Kameraden begannen mit den Wiederaufbau der Freiwilligen Feuerwehr. Einige noch vorhandenen Gerätschaften wurden vor der Besatzungsmacht versteckt.

1947: Von der Oberösterreichischen Landesregierung wurde ein Fahrzeugwrack Marke KRUPP 2DH143 angekauft und ca. 2 Jahre lang repariert.

Höflein gehörte noch immer zum Wiener Stadtgebiet und unterstand daher der Wiener Feuerwehr. Einsätze mussten mit Privatfahrzeugen (meistens von Kamerad Houdek) gefahren werden.

1950: Durch Unstimmigkeit zwischen der Ortsvorstehung und Hauptmann Sedlarik legte dieser sein Amt am 24.4. zurück. Sein Nachfolger war Eduard Vystricil und dessen Stellvertreter Leopold Alfons.

1954: Vom 9. bis 18. Juli war das bisher größte Hochwasser. Die Hauptstraße war auf eine Länge von ungefähr 500 m fast 2 m überflutet. Die Versorgung konnte nur mit Zillen aufrecht erhalten werden, einige Häuser mussten evakuiert werden.

Am 24. September wurde die Höfleiner Feuerwehr wieder aus dem Verband der Wiener Feuerwehr entlassen und Mitglied des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes.

1958: Nach langer Überlegung und Klärung der Finanzierung wurde eine zweite Tragkraftspritze Marke VW-Rosenbauer (Leistung 750 l/min bei 100 m Förderhöhe) angekauft. Leider musste auch der LKW KRUPP ausgetauscht werden. Es wurde ein VW-Bus gekauft und zu einem Kleinlöschfahrzeug aufgebaut. Das alte Fahrzeug wurde der Feuerwehr Weidlingbach verkauft.

1959 / 1962: Die Feuerwehr Höflein wurde zu diversen Einsätzen und Nachbarhilfen gerufen.

1963: Die Stadtgemeinde und der Bezirksfeuerwehrverband finanzierte ein leichtes Löschfahrzeug Typ Opel Blitz mit Vorbaupumpe, welches am 13. September eingeweiht wurde.

Auch begannen die ersten Planungsarbeiten für den Zubau des Feuerwehrhauses. Das Material wurde von der Stadtgemeinde zur Verfügung gestellt, die Arbeiten wurden von den eigenen Feuerwehrleuten durchgeführt.

1966: Kommandant Vystrcil legte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zurück. Bezirksfeuerwehrarzt Dr. Anton Schneider, der bereits einige Jahre den Zubau leitete, wurde als Nachfolger gewählt. Von der Stadtgemeinde Klosterneuburg wurde ein Motorboot für Hochwassereinsätze zur Verfügung gestellt.

1967: Ein Kleinrüstanhänger wurde in Eigenaufbau für technische Einsätze mit Schweißgerät und Bergungsmaterial ausgestattet.

1968: Bei den Landesfeuerwehrwettkämpfen waren der Höfleiner Feuerwehr Männer aus der deutschen Feuerwehr Eichen zur Betreuung zugeteilt. Diese beginnende Freundschaft wurde zu einer offiziellen Partnerschaft ausgebaut.

1970: Mit 1. Jänner wurden alle Freiwilligen Feuerwehren Niederösterreichs in Körperschaften öffentlichen Rechts übergeführt. Der Partnerschaftsvertrag zwischen Freiwilliger Feuerwehr Höflein und Freiwilliger Feuerwehr Eichen wurde im Juli festlich unterzeichnet.

1973: Der VW-Mannschaftswagen wurde durch einen Neueren ersetzt.

1974: Die erste zentrale Alarmierungsanlage in Klosterneuburg wurde in Betrieb genommen. Diese befand sich im Krankenhaus Klosterneuburg und von dort wurde über Funk der Auslösebefehl übermittelt.

1975: Aufgrund der vielen Flur- und Wiesenbrände wurde der Fuhrpark der Höfleiner Feuerwehr durch einen Geländewagen Typ Scout 11 aufgestockt. Auch dieses Fahrzeug wurde in Eigenregie auf ein Feuerwehrfahrzeug umgebaut.

1978:

Als Quellen dienten diverse Festschriften der Feuerwehr Höflein und unser Archiv.